Eure-et-Loir


STATIONEN:
Chartres
Chartres
Kathedrale von Chartres UNESCO Welterbe seit 1979
Die Kathedrale Notre-Dame de Chartres in der Region Centre-Val-de-Loire ist eines der authentischsten und vollständigsten Werke sakraler Architektur des frühen 13. Jahrhunderts. Sie war das Ziel einer der bedeutendsten Marienwallfahrten des mittelalterlichen westlichen Christentums. Aufgrund der Einheit von Architektur und Ausstattung – ein Ergebnis der gestalterischen Neuerungen der Frühgotik – sowie ihres immensen Einflusses auf die christliche Kunst des Mittelalters gilt die Kathedrale von Chartres als ein Meilenstein in der Geschichte der mittelalterlichen Baukunst. Das herausragende Ensemble an Buntglasfenstern, die monumentale Skulpturenausstattung des 12. und 13. Jahrhunderts sowie die malerischen Dekorationen, die auf wundersame Weise vor den Zerstörungen durch Mensch und Zeit bewahrt blieben, machen Chartres zu einem der bewundernswertesten und am besten erhaltenen Beispiele gotischer Kunst. Die um die Mitte des 12. Jahrhunderts errichtete Westfassade – mit ihren drei Portalen, deren Gewände mit Säulenfiguren geschmückt sind (Königsportal), ihren beiden Türmen, dem südlichen Turmhelm und den drei unvergleichlichen großen Buntglasfenstern – stellt ein authentisches und vollständiges Zeugnis jener Kunst dar, die in Saint-Denis ihren Anfang nahm und den Aufbruch zu einer eigenständigen Formensprache markierte: dem gotischen Stil. Wenig später verwirklichten das ab 1194 neu errichtete Langhaus und der Chor erstmals ein architektonisches Konzept, das im gesamten 13. Jahrhundert weite Verbreitung finden sollte. Die monumentalen Skulpturen der Kathedrale von Chartres zeichnen sich sowohl durch ihre Fülle als auch durch ihre Qualität aus: Die großen Ensembles, Reliefs und Statuen – vom Königsportal am Eingang des Langhauses bis zu den sechs Portalen und zwei Vorhallen (aus der Zeit um 1210) an den Nord- und Südzugängen des Querhauses – bieten einen umfassenden Überblick über die gotische Bildhauerei. Sie dokumentieren den Wandel von der romanischen Tradition hin zu jenem feinen Gleichgewicht zwischen Idealismus und Realismus, das den Höhepunkt dieser Epoche kennzeichnet. In dieser Kathedrale, Sitz einer bedeutenden Schule, standen technisches und künstlerisches Können im Dienste einer hochentwickelten Ikonografie.


















