Raetischer Donaulimes (westliches Segment) UNESCO Welterbe seit 2021

Die neue Welterbestätte geht auf einen gemeinsamen Antrag von Deutschland (Bayern), Österreich und der Slowakei zurück und enthält 77 Teilstätten bestehend aus Legionslagern, Auxiliarkastellen, Kleinkastellen, Wachttürmen, Brückenköpfen, Marschlagern und zugehörigen zivile Siedlungen zwischen Bad Gögging in Niederbayern und Iža in der Slowakei. Die Teile der neuen Welterbestätte liegen wie die Perlen einer Kette aufgereiht am Südufer der antiken Donau auf einer Strecke von fast 1000 Flusskilometern. Es handelt sich hierbei um den westlichen Abschnitt des römischen Donaulimes. Der Raetische Donaulimes war die Nordgrenze der Provinz Raetia und liegt in Bayern. Er war eine Wassergrenze – ohne Wall, Graben und Wachttürme, reicht von von Bad Gögging bis Passau und besteht aus folgenden Denkmälern:
- Das Heilbad von Bad Gögging, Stadt Neustadt a.d. Donau
- Heiligtum auf dem Weinberg bei Eining, Stadt Neustadt a.d. Donau
- Kleinkastell Weltenburg, Stadt Kelheim
- Kastell und Vicus (Zivilsiedlung) von Regensburg-Kumpfmühl & Regensburg-Großprüfening
- Teile des Legionslagers, der Zivilsiedlung und des großen Gräberfelds in Regensburg
- Ostkastell und spätantikes Kastell unter St. Peter, Straubing
- Amphittheater in Künzing
- Altstadt von Passau, Kastell Boiotro und Wachtturm in Passau-Haibach, Stadt Passau

Castra Regina– römische Stadt Regensburg
Römische Lagermauer am Hunnenplatz
Castra Regina war ein bedeutendes römisches Legionslager, das ab ca. 170 n. Chr. unter Kaiser Marc Aurel am nördlichsten Punkt der Donau errichtet wurde und der Ursprung des heutigen Regensburgs ist. Ab 179/180 n. Chr. war die Legio III Italica in dem etwa 25 Hektar großen Lager stationiert, um die Grenze (Limes) zu sichern. Die Anlage war mit einer massiven 8 Meter hohen Steinmauer befestigt. Südlich der Porta praetoria werden im ehemaligen Nordostviertel des Legionslagers unter der Niedermünsterkirche mit dem Document Niedermünster Reste militärischer Unterkunftsbauten präsentiert.

Castra Regina– römische Stadt Regensburg
Legionslagermauer am Ernst- Reuter- Platz
Auch heute noch sind die Grenzen des ehemaligen Legionslagers bzw. seine in römischer Zeit mit einem rampenartigen Erdwall an der Innenseite als Stütze des hölzernen Wehrganges auf der Mauerkrone versehene Ostmauer am Ernst-Reuter-Platz erkennbar und wurden mit dem Document Legionslagermauer für die Öffentlichkeit erschlossen, das rund um die Uhr besichtigt werden kann und entlang der massiven originalen Quadermauern mit Texttafeln und filmischen Rekonstruktionen einen anschaulichen Eindruck von den Ausmaßen des römischen Regensburg vermittelt.

Castra Regina– römische Stadt Regensburg
Porta Praetoria
Das Nordtor des Legionslagers Castra Regina ist etwa zum gleichen Zeitpunkt entstanden wie die Porta Nigra in Trier. Diese beiden sind auch die einzigen Doppeltore, die nördlich der Alpen noch original erhalten geblieben sind. Gegen Ende des Mittelalters wurde das ehemalige Nordtor des römischen Legionslagers beim Bau des Bischofshofes überbaut und in das neue Gebäude integriert. Es kam erst fast 250 Jahre später 1885 beim Abriss eines Gebäudes wieder zum Vorschein und wurde frei gelegt.

Castra Regina– römische Stadt Regensburg
Legionslagermauer an der Rückseite der Erhardigasse (Seite Adolph-Kolping-Str.)
Entlang der Adolph-Kolping-Straße erneut auf Teilstücke der antiken Befestungsmauern des römischen Steinkastells. Bis ins 14. Jhd. dienten diese Mauern als östliche Stadtbefestigung von Regensburg. Erst dann kam es zur Stadterweiterung der Donaumetropole nach Osten mit „neuen“ mittelalterlichen Stadtmauern. Die Kastellmauer gab die Baulinie vor. Sie wird von der ehemaligen Kirche St. Peter und Paul aus dem 13. Jhd. unterbrochen. Westlich verläuft die Erhardigasse, bereits im Inneren des Kastells. Die Erhardigasse folgt dem Verlauf der römischen Via Sagularis. Das erhöhte Laufniveau hat sich bis heute erhalten und stammt vom Rest des römischen Erdwalls an der Mauerinnenseite.

Batavis – römische Stadt Passau
Batavis war die römische Bezeichnung für das spätantike Passau. Es bezeichnete eine Festungsstadt und ein Kastell auf der Halbinsel der heutigen Altstadt, deren Name sich von der dort stationierten Hilfstruppe der Bataver ableitete. Das Kastell entstand im 3. oder 4. Jahrhundert n. Chr. als Reaktion auf germanische Überfälle. Das Römermuseum Kastell Boiotro befindet sich in der Passauer Innstadt auf den Fundamenten eines spätantiken Grenzkastells. In Batavis lebten und arbeiteten jedoch nicht nur Römer. Aus der Anzahl der Funde lässt sich jedoch schließen, dass die Germanen hier eine Minderheit bildeten. Dies unterscheidet Batavis von Regensburg, wo germanische Funde überwiegen. Als Batavis militärisch nicht mehr zu halten war, organisierte er den Rückzug der romanischen Bevölkerung nach Lauriacum, dem heutigen Enns….

folgt…
folgt…
…















