Die Entwicklung unserer Kitten im

Zeitraffer

 

Der Weg ins Leben beginnt natürlich für die Kitten mit der Geburt. Sobald die Mutter die Kitten aus der Fruchtblase befreit und von der Plazenta abgenabelt hat, krabbeln sie instinktiv an ihren Bauch, wo sie gewärmt und gesäugt werden. Hierbei hilft ihnen ihr schon ausgebildeter Geruchs- und Tastsinn, denn sehen können sie noch nicht, ihre Augenlieder sind noch geschlossen. Auch der Hörsinn ist noch nicht voll entwickelt und die Beinmuskulatur noch schwach. Im Abstand folgen dann die anderen Kätzchen. Dies kann durchaus einige Stunden in Anspruch nehmen. Erstgebärende Katzen haben oft größere Würfe. Bei unseren Mädels waren das 4-5 Kitten. Die Thaikitten sind bei der Geburt rund 10 cm groß und wiegen zwischen 70 und 110g. Sie werden von uns gewogen  und geprüft sobald die Geburt abgeschlossen und die Mutter zur Pflege und zum Stillen übergegangen ist.

 

In der ersten Lebenswoche sind die Kitten hauptsächlich mit trinken und schlafen beschäftigt. Sie suchen die Wärme auch untereinander und so findet man sie immer zu einem „Knäuel“ zusammengerollt. Sie nehmen täglich zw. 10-18 g zu, auch wenn man täglich um die gleiche Uhrzeit wiegt, finden sich Schwankungen. So hat man Kitten, welche den einen Tag nur 8g zunehmen, am nächsten Tag aber 20 g. Hat die Mamma nicht genug Milch, die Kleinen zu versorgen, muss man sie als Züchter unterstützen und zufüttern, wie bei unserem W-Wurf.
Hier ein Wiegebeispiel unseres C-Wurfes:

...*grün... ...*rot... ...*blau... ...*braun... ...*orange... ...1. bis 2. Woche...
100 g 92 g 103 g 97 g 86 g Tag 1
114 g 112 g 119 g 113 g 101 g Tag 2
124 g 129 g 134 g 123 g 115 g Tag 3
142 g 147 g 148 g 132 g 132 g Tag 4
154 g 158 g 165 g 149 g 141 g Tag 5
164 g 170 g 175 g 168 g 155 g Tag 8
181 g 186 g 192 g 175 g 166 g Tag 9

 

Alle 1-2 Stunden säugt die Mutter die Kleinen, wobei sie sich selbst vorher mit hochwertigem Futter stärkt. Natürlich herrscht an der Milchbar immer der Kampf um die beste Zitze, die Kleinen sind da untereinander nicht zimperlich und hauen sich gegenseitig schon mal auf den Kopf. Durch Lecken des Bauches regt die Mutter die Verdauung der Kleinen an und sorgt somit für Hygiene im Nest.

Die Phase wird aus entwicklungsbiologischem Sicht als neonatal bezeichnet.

 

Nach 7-10 Tagen öffnen sich die Augen und die Katzen beginnen sich visuell zu orientieren. einige Tage später beginnen die Milchzähne durchzubrechen. Die Reste der Nabelschnur vertrocknen und fallen ab. Das Gehör hat sich weiterentwickelt und die Kleinen reagieren mit Fiepen auf die bekannte menschliche Stimme des Züchters. Die Nase und Öhrchen beginnen sich einzufärben, so dass man die künftigen Pointfarben erahnen kann. Erstes Schnurren ist zu hören.

 

Ende der dritten Woche ist der Geruchssinn voll entwickelt. Sie schuppern interessiert an der Hand des Züchters, der sie sanft streichelt. Das fördert, dass die Kleinen von Anfang an gute Erfahrungen mit Menschen machen und ein Grundvertrauen entwickeln. Kleine Kabbeleien zwischen den Geschwistern sind häufig und normal.

 

Sind die meisten Sinne in der vierten Woche gut bis sehr gut entwickelt und haben die Beine Kraft genug um den Körper zu tragen, beginnen die ersten sozialen Spiele mit den Wurfgeschwistern. Es ist auch die Zeit, in der erste Bewegungen des Beutefangverhaltens zu beobachten sind, welches durch die Mutter mit herangebrachter „Beute“  (Plüschmaus) unterstützt wird. Die Kitten werden neugieriger und unternehmen selbstständig Ausflüge in die Umgebung ihrer Wurfbox. Gegenstände werden beschnuppert und in den Mund genommen.

 

In der fünften Woche legen die Kitten einen kurzen Wachstumsstopp ein, um dann um so schneller zu wachsen, was auch mit der Aufnahme der ersten festen Nahrung zusammen hängt. Wir befinden uns mitten in der erste Sozialisierungsphase, welche von der 3. bis 8. Woche andauert. Die Erfahrungen, die die jungen Katzen in dieser Zeit machen, prägen den Charakter des Tieres für den Rest ihres Lebens. Deshalb ist es auch wichtig, dass die Kätzchen möglichst viel kennen lernen, auch unterschiedliche Menschen. Mit der Aufnahme der ersten Nahrung lernen die Kleinen natürlich auch selbstständig und lautstark die Toilette zu nutzen.

 

Der Entdeckerdrang ist groß, die ganze Wohnung wird inspiziert und alles wird erklettert. Das Ganze ist so anstrengend, dass sich die Kleinen oft spontan schlafen legen, wo sie auch grade sind. Die Zimmerabgrenzung ist nun auch nicht mehr sicher und wird überwunden.

   

 

Ab der  siebten Woche beginnt das Spielen mit Objekten. Alles, was sich bewegt, Federangeln, Bälle etc. ist total spannend und wenn es erst erbeutet ist, wird es von den Katzen mit lautem Knurren verteidigt. Sehr beliebt ist auch das "Erjagen" von Mutters Schwanz. Die Kitten fressen nun mehrere abwechslungsvolle Mahlzeiten am Tag. Sie sollten alles versuchen um später nicht zu einseitige Esser (Futtertyrannen) zu werden. Dazu gehört bei uns Selbstgekochtes genauso wie Rohfleisch und hochwertiges Nassfutter. Trockenfutter für Kitten lehnen wir ab.

 

Die Zweite Sozialisierungsphase beginnt, dauert bis 16. Woche. Inzwischen haben sich eigene Charaktere herausgebildet. Es gibt die Schlafmütze, den Kumpel, die Unerschrockene, die Diva oder den Kampfschmußer und alle sind so zauberhaft. Wir messen weiterhin die Gewichte der Kleinen, welche sich inzwischen über der 1 kg Marke bewegt haben sollten. Inzwischen stehen auch die Namen fest.

Cataleya *grün Chewall *rot Chico *blau Coraine *braun Camílle *orange ...C-Wurf...
1000 g 1100 g 1100 g 1000 g 1000 g 8.Woche

 

Die Zweite Sozialisierungsphase beginnt, dauert bis 16. Woche. Inzwischen haben sich eigene Charaktere herausgebildet. Es gibt die Schlafmütze, den Kumpel, die Unerschrockene, die Diva oder den Kampfschmußer und alle sind so zauberhaft. Auch diese Phase ist weiterhin von Lernen und Sozialisierung geprägt. Besonders das Verhältnis zwischen Katzenwelpen und Mensch entwickelt sich. Ein gutes Verhältnis zu den Kleinen aufzubauen ist dabei einfacher, wenn man zum Muttertier eine gute Beziehung hat. Denn nicht zuletzt lernen die Jungtiere von der Mutter, dass man Menschen vertrauen kann.

 

Im Wachstum ergibt sich um die 10. Woche herum noch mal einiges. Die Kätzchen bekommen immer mehr „Erwachsenen-Proportionen“ und beginnen auch mit dem Zahnwechsel. Sie wiegen mittlerweile weit über 1200g. Die Kleinen liegen gerne auf dem Schoß, genießen die Streicheleinheiten und schnurren dabei zufrieden. Wir unternehmen wir den ersten Besuch bei unserer Tierärztin um die Kleinen gründlich auf Herz und Nieren untersuchen zu lassen und damit sie ihre erste Impfung gegen Katzenschnupfen und –seuche bekommen. Die meisten sind sehr tapfer aber danach soo müde.

 

Die Kleinen rennen oft, wie von der Biene gestochen, durch alle Räume, dabei auch durch die Beine der Zweibeiner. Ganz eifrige versuchen auch diese zu erklimmen, was mit ihren spitzen kleinen Krallen ganz schön piekst. Die Raufereien untereinander sind mitunter sehr wild, es wird auch schon mal gezwickt. Kleine Unfälle beim wilden Spielen können passieren. Die Mutter ist mit Erziehen und Disziplinieren ihrer Bande gut beschäftigt und es wird auch mal die eine oder andere „Pfote“ ausgeteilt. Der Frühstückstisch ist nun nicht mehr sicher vor der Bande, am liebsten wird allles probiert, wenn man sie nicht rechtzeitig vom Tisch pflückt. Besonders beliebt ist auch der Sprung vom Kratzbaum direkt auf den Rücken des Dosenöffners, natürlich ohne Vorwarnung :-).

 

*grün: Cataleya *rot: Chico *blau: Chewall *braun: Coraline *orange: Camille C-Wurf
1400 g 1600 g 1550 g 1400 g 1400 g 12.Woche

 

Die Mama säugt die Kleinen ab und zu noch, aber im Prinzip sind die Kleinen eigenständig und für jeden Schabernack zu haben. Alles wird erkundet, denn sie kommen nun überall hin und hoch, nichts ist mehr sicher. Auch bei der Pflege der Dosenöffner leisten unsere Kleinen ihren Beitrag ;-) .

 

In der 14. Woche steht der zweite Tierarztbesuch an. Die Kätzchen werden gegen Katzenschnupfen- und seuche sowie Tollwut geimpft und bekommen ihren Microchip und Pass, der sie eindeutig identifiziert. Nun naht die Zeit des Abschiedes. Die Kleinen werden zu ihren neuen Besitzern gebracht, die sich schon auf sie freuen und starten ein aufregendes Leben in einer neue Familie. Zuerst muss aber noch die „Hürde“ des ersten Kontaktes überwunden werden. Die Neuzugänge werden von den anderen vierbeinigen Mitbewohnern beschnuppert und aufmerksam beobachtet. Die Zweite Sozialisierungsphase endet in der 16. Woche und auch der Sehsinn ist nun voll entwickelt.

 

Ein häufiges Alter, ab dem Katzenkinder in unseriösen Zuchten von der Mutter getrennt werden, ist acht bis zehn Wochen. Um die Welpen abzugeben wird irrtümlicherweise angenommen, dass die Futterfestigkeit ausreiche, die etwa in der 8. Woche erlernt wird. Doch die zweite Sozialisierung ist erst mit Ende der 16. Woche
abgeschlossen. Eine nicht genügend sozialisierte Jungkatze erlernt unter Umständen nicht ihre Kraft im Spiel richtig einzuschätzen; das spätere Spiel mit Menschen und anderen Haustieren wird dann grob, mitunter als „aggressiv“ beschrieben, Probleme mit anderen Katzen könnten auftreten. Zu früh getrennte Kätzchen sind in verschiedenen Tests schneller frustriert und reagieren ängstlich auf neue
Situationen.

Aus medizinischer und verhaltensbiologischer Sicht sollten Kätzchen je nach Entwicklungs- und Immunisierungsstand nicht vor Ende der 12. Woche von der Mutter und den Geschwistern getrennt werden. In den meisten Fällen ist eine Trennung nach der 13. Woche realistisch, da in der 12. Woche die wichtigsten Impfungen abgeschlossen sind. Um eine normale und gute Sozialisierung von spätentwickelten Jungkatzen zu erreichen, sowie solchen, die anschließend keine regelmäßigen Sozialkontakte mit anderen Katzen und Kätzchen haben, (Spätentwicklung z.B. durch Unterernährung der Mutter während Schwangerschaft oder ersten Lebenswochen) ist eine Abgabe nach der 16. Woche sinnvoll. Dies ist auch der Zeitpunkt, wenn die zweite Tollwutimpfung durchgeführt wird.

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